Erschließungsgesellschaft will bis zu 550.000 Quadratmeter am Industriegebiet Ost entwickeln

Das Alzeyer Industriegebiet soll schon bald nach Osten erweitert werden. Archivfoto: pa/Carsten Selak
Allgemeine Zeitung Alzey, 02.10.2017, Archivfoto:pa/Carsten Selak

Von Thomas Ehlke, Reporter Politikredaktion

Das Alzeyer Industriegebiet soll schon bald nach Osten erweitert werden.

ALZEY - Als Vorsitzender von Wormatia Worms steht er im Rampenlicht der sportinteressierten Öffentlichkeit. Geht es jedoch ums Geschäft, dann steht bei Tim Brauer Diskretion im Vordergrund. Der examinierte Jurist entwickelt mit seinem Wormser Büro landauf landab Gewerbe- und Industrieareale. Seine Timbra Consulting GmbH gehört zur Erschließungsgesellschaft Alzey (EGA), die die bei einer Erweiterung des Industriegebietes östlich von Otto-Lilienthal- und Rudolf-Diesel-Straße verfügbaren Flächen vermarkten soll (die AZ berichtete).

Bei dem Vorhaben – immerhin geht es um bis zu 550 000 Quadratmeter – greift Brauer mit seinem Know-how der Stadt unter die Arme. „Anfragen von ansiedlungswilligen Alzeyer Betrieben, aber auch von Unternehmen aus der Region und ganz Deutschland liegen vor“, sagt Tim Brauer. Die Lage des Industriegebietes zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar sei optimal. „Von hier aus hat man gute Möglichkeiten vier bis fünf Millionen Menschen zu erreichen“, blickt Brauer dabei etwa auf die Transportbranche.

Doch es spricht neben der günstigen geografischen Lage auch noch ein weiteres Argument dafür, genau hier Gewerbefläche zu entwickeln. „An anderer Stelle ist in der Region nichts mehr vorhanden“, formuliert der 47-Jährige die schlichte Wahrheit. Selbst wenn dies anders wäre, sieht der Regionale Raumordnungsplan nur in Alzey noch Erweiterungsmöglichkeiten zur großflächigen Gewerbe- und Industrieansiedlung vor. „Ohne diese Festlegung kann überhaupt ein Bebauungsplanverfahren angestrengt werden“, erläutert Tim Brauer.

DER ZEITPLAN

Bis Ende dieses Jahres sollen die Gespräche mit den Grundstückseigentümern abgeschlossen werden. Dann steht fest, welche Flächen verfügbar sind. Im kommenden Jahr soll dann das Bebauungsplanverfahren angestoßen werden. Ein solches Verfahren dauert im Schnitt zwischen 12 und 18 Monaten. Liegt am Ende der Satzungsbeschluss des Stadtrats vor, kann gebaut werden.

Nun geht es darum, den Zug aufs Gleis zu setzen, wobei verschiedene Aufgaben zu lösen sind. „Es reicht ja nicht, bis zu 550 000 Quadratmeter potenzielle Fläche zu haben, man muss ja auch sehen, wie das Ganze erschlossen wird“, verdeutlicht Brauer. Diese Untersuchungen wurden in den letzten Monaten in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauamt gemacht. Deren Ergebnis fasst der Wormser so zusammen: „Es macht Sinn, hier etwas zu tun.“

Bevor es nun an konkrete Planung und Umsetzung geht, muss die EGA wissen, welche Grundstücke zur Verfügung stehen. Die Eigentumsverhältnisse sind diffus, die Flächen gehören zahlreichen Privatleuten. Derzeit ist Timbra dabei, mit den Eigentümern über die Bereitstellung, sprich den Ankauf zu reden. „Dabei gibt es natürlich auf beiden Seiten wirtschaftliche Erwartungen“, umschreibt Brauer vorsichtig die Tatsache, dass die Grundstücksbesitzer einen möglichst hohen Quadratmeterpreis erzielen wollen, die EGA aber nur bis zu einem bestimmten Limit mitgehen kann und will. „Da wir noch am Anfang des Planungsprozesses sind, können wir den Zuschnitt des künftigen Industriegebietes auch noch verändern“, lässt der Wormser durchblicken, dass im Zweifelsfall eben auf einzelne Grundstücke verzichtet wird.

Die einzige feste planerische Vorgabe ist die Realisierung einer Osttangente. „Doch wo die gebaut wird und welche Flächen tangiert und benötigt werden, ist noch völlig offen“, sagt der Jurist. Ein Gutachten belege, dass der entstehende Verkehr unter Berücksichtigung der Osttangente und dem Ausbau des Köbig-Kreisels „gut zu bewältigen“ sei.

Was das Zeitfenster für die Umsetzung der Erweiterung des Industriegebietes betrifft, bleibt Tim Brauer entspannt. „In solch ein Verfahren geht man immer offen rein. Es gibt keinen wirklichen Zeitdruck.“ Schön wäre es natürlich, wenn das Gebiet zeitnah entwickelt werden könne. Aber selbst wenn dies erst mittelfristig möglich wäre, gebe es noch Bedarf. „Daran wird das nicht scheitern“, unterstreicht Brauer. Immerhin handele es sich bei den Interessierten um Leute, die das Verfahren genauestens kennen und wüssten, dass es Unwägbarkeiten geben könne.

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