Industriegebiet Ost: Stadt hofft auf Fortschritte in 2020

EGA GmbH – Industriegebiet Alzey-Ost – Stadt hofft auf Fortschritte in 2020
Alzeyer Allgemeine Zeitung, 30.01.2020, Archivfoto: pa/Carsten Selak

Von Steffen Nagel, Redaktionsleiter Lokalredaktion Alzey

Insgesamt rund 560 000 Quadratmeter an Flächen für Industrie und Gewerbe sollen östlich der Otto-Lilienthal- und Rudolf-Diesel-Straße entwickelt werden. Auf dem Foto zu sehen sind die Lufthansa Technik Aero, dahinter die Warenannahme des Möbelhauses Roller und LSG, das Catering-Tochterunternehmen von Lufthansa.

ALZEY - 80 Prozent. Christoph Burkhards Schätzung, mit wie vielen Grundstückseigentümern schon eine Einigung erzielt ist, klingt grundsätzlich positiv. Zur Wahrheit gehört aber auch: Ein Fünftel der rund 50 Eigentümer fehlt eben noch, bis es mit der Erweiterung des Industriegebiets Ost so richtig weitergehen kann – ein zäher Prozess, der dafür sorgt, dass in der Öffentlichkeit rund um das Gebiet der Eindruck entsteht: Still ruht der See. Dennoch ist der Alzeyer Bürgermeister zuversichtlich, dass die Erschließungsgesellschaft Alzey (EGA) GmbH hierbei noch in der ersten Jahreshälfte 2020 Vollzug melden kann. Falk Schuler, städtischer Kämmerer und einer der EGA-Geschäftsführer geht sogar einen Schritt weiter: „Ich bin guter Dinge, dass wir schon im Frühjahr mit allen Einigkeit erzielt haben, garantieren kann man das natürlich nicht.“ Sollte es am Ende nur noch an einzelnen Grundstücken hängen, müsse man sich über Alternativen Gedanken machen. Will heißen: entweder ein Umlageverfahren einleiten oder aber das Grundstück aus den Plänen herausnehmen. „Einzelnen Eigentümern einen höheren Preis zahlen wollen und werden wir nicht“, macht Schuler auch klar.

Es ist ein städtisches Mammutprojekt, das im Haushalt mit rund 40 Millionen Euro beziffert wird – Ausbau des Köbig-Kreisels und Bau einer Osttangente (mitsamt Brücke über die Selz) inklusive. Insgesamt rund 560 000 Quadratmeter an Flächen für Industrie und Gewerbe sollen östlich von Otto-Lilienthal- und Rudolf-Diesel-Straße entwickelt werden.

„Seit 2012 steigt die Nachfrage nach solchen Flächen an“, erklärt Burkhard, der sich durch die Ansiedlung von Firmen neue Arbeitsplätze und sprudelnde Steuereinnahmen verspricht. Anfragen gebe es immer wieder, „wenn bei uns konkrete Namen aufploppen, geben wir die an die Geschäftsführer der EGA weiter“. Gegenüber der Presse will sich Burkhard zu Interessenten naturgemäß nicht äußern – das sei kontraproduktiv, findet er.

„Fertigungsbetriebe mit vielen Fachkräften wären natürlich toll – und natürlich emissionsfrei“, sagt der Bürgermeister, „wünschen kann man sich ja vieles“. Zurück zum Ernst: Auch beim in der Bevölkerung meist ungern gehörten Begriff „Logistiker“ zuckt Christoph Burkhard nicht zusammen. „Die Branche hat sich stark gewandelt, Logistik ist heute nicht mehr das, was sie früher mal war – ihr Ruf ist nicht mehr ganz so schlecht, daher will ich sie nicht totreden.“

Bis sich aber die erste Firma im östlichen Industriegebiet ansiedelt, wird noch einige Zeit vergehen. Hintergrund ist ein laut Stadtplanerin Annette Schneider „hochkomplexer Abstimmungsprozess“, bei dem es unter anderem um die Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen geht – aber auch darum, Landwirten, die ihre Flächen im geplanten Industriegebiet haben, gleichwertig nutzbare Areale an anderer Stelle anzubieten.

Alles in allem plant die Stadt, das Bebauungsplanverfahren noch 2020 abzuschließen. Dabei geht, das betonen Schneider und Burkhard unisono, allerdings Sorgfalt vor Schnelligkeit. Will heißen: Bevor der Bebauungsplanentwurf in die öffentliche Auslegung geht, also Bürger, Behörden und Institutionen eventuelle Einwände äußern können, soll weitgehend alles so gut wie möglich abgesichert sein. Denn: Gäbe es berechtigte Einsprüche, die eine Planänderung notwendig machen, müsste der überarbeitete Plan danach erneut offengelegt werden. Das kostet Zeit und Geld. Deswegen will die Stadt bereits im ersten Anlauf einen so wasserdichten Plan vorlegen, dass, wie Annette Schneider salopp formuliert, „am Ende keiner mehr was zu möppeln hat“.

Sobald Baurecht geschaffen ist, könnte es an die Erschließung des Gebietes gehen. Bereits dabei ist die Stadt, geschützte Arten, nämlich Zauneidechsen, in dem Gebiet umzusiedeln.

 

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