Oppenheim: Landskrongalerie öffnet am Donnerstag fürs Publikum

Oppenheim: Landskrongalerie öffnet am Donnerstag fürs Publikum
Wormser Zeitung, 26.10.2017, Foto: hbz/Michael Bahr

Schöne neue Warenwelt: Ein Blick in die Kaufland-Filiale in der Oppenheimer Landskrongalerie. Das Herzstück des Fachmarktzentrums öffnet am Donnerstag um 7 Uhr seine Pforten erstmals für das Publikum.

Von Ulrich Gerecke, Reporter Politikredaktion

OPPENHEIM - „Auf so einer Baustelle“, weiß Tim Brauer, „wird immer bis zur letzten Sekunde gekämpft.“ Als der Chef des Projektentwicklers Timbra Group am Mittwochabend zur Eröffnung der Oppenheimer Landskrongalerie eintrifft, ragt vor dem Hauptportal ein gewaltiger orangener Baukran in den kristallklaren Herbstabendhimmel. Während beim Ankermieter Kaufland noch hinter den Kulissen geschraubt wird, begrüßt der Textilhändler ein paar Meter weiter schon die ersten neugierigen Kunden. Im Tiernahrungsladen nebenan brennt noch Licht, während sich die geladenen Gäste beim „Pre Opening“ (wie man das heutzutage nennt) die Häppchen schmecken lassen. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.

Held spricht von Jobs und „gesunder Konkurrenz“

Wenn am Donnerstagmorgen Kaufland und elf weitere Mieter im größten und neuesten Fachmarktzentrum zwischen Mainz und Worms ihre Tore öffnen, endet ein langer Planungsprozess. 1994 hatte er begonnen, als der Stadtrat in den Flächennutzungsplan jenes rund 32.000 Quadratmeter große Sondergebiet schreiben ließ, das jetzt die 275 Meter lange Landskrongalerie und über 360 Parkplätze beherbergt. „Heute können wir darauf stolz sein“, blickt Stadtbürgermeister Marcus Held auf das Endprodukt und zurück. Nach all den Kontroversen, von denen das Krämereck Süd seit seinem Start 2014 begleitet wurde, will er den Abend nutzen, den Gewinn für Oppenheim herauszustellen. Er spricht von den 200 entstehenden Arbeits- und weiteren Ausbildungsplätzen, vom durch den Gebäuderiegel schallgeschützten Wohngebiet, das „nur von denen kritisiert wird, die dort nicht leben“. Er dankt Kaufland für das Vertrauen, „weil es nicht selbstverständlich ist, dass sich so ein Unternehmen für einen Standort mit 8000 Einwohnern entscheidet“. Und schließlich erneuert Held seine oft geäußerte Prognose, das alte Gewerbegebiet auf der anderen Seite der B9 werde nicht unter dem neuen leiden und leer stehen: „Gesunde Konkurrenz belebt das Geschäft. Wer gut ist, braucht Konkurrenz nicht zu scheuen.“

Die auswärtigen Gäste brauchen sich um die Untiefen Oppenheimer Kommunalpolitik nicht zu scheren. Der Wormser Brauer schwärmt von dem „sehr funktionalen, aber auch sehr schönen Gebäude“. Sein Architekt Marc Radmacher (SFB GmbH, Worms) hebt die klimaneutrale Bauweise hervor und dass Generalunternehmer List Bau regionale Handwerksbetriebe eingebunden habe. List-Geschäftsführer Andreas Brockhaus – er kommt aus dem fernen Nordhorn – spielt den Ball souverän zurück: „Rheinhessen hat einen tollen, leistungsfähigen Mittelstand, der etwas stemmen kann.“

Beeindruckende Zahlen wandern derweil über die Monitore hinter dem Rednerpult: In einem Jahr (Held: „Das ist Rekordzeit“) wurden 1272 Betonpfähle mit einer Länge von 8789 Metern Gesamtlänge verbaut, 7400 Tonnen Betonfertigteile und 35.000 Kubikmeter Boden bewegt. „Da frohlockt der Bauingenieur“, meint Brockhaus. Bis zuletzt seien 250 Menschen auf der Baustelle am Werkeln gewesen. Als die Honoratioren ans Büffet strömen, sind nur noch eine Handvoll Handwerker in dem Riesenkomplex unterwegs, während auf dem Parkplatz eine einsame Laufgruppe Dehnübungen macht. In zwölf Stunden machen die Geschäfte auf. „Dann werde ich hier sein“, kündigt Marcus Held an, „so wie viele andere, die in den letzten Monaten von der Landskrongalerie noch nicht so überzeugt waren.“ Schaun mer mal...

E-ZAPFSÄULE

Der Energieversorger EWR hat vor der Landskrongalerie eine 50 Kilowatt starke E-Zapfsäule eingerichtet. Es ist die einzige ihrer Art in der Region, EWR besitzt nur noch eine weitere am Stammsitz in Worms.

Die Säule kann gewöhnliche E- und Hybrid-Autos in einer halben bis einer Stunde laden. „Das ist für Kunden, die hier kurz einkaufen gehen, eine interessante Sache und für uns der perfekte Standort“, meint EWR-Vetriebsleiter Frank Dinter.

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