Es tut sich was am Wormser Valckenberg-Areal

Eis, Kaffee, eine Bar und Kultur sollen das Areal am Weckerlingplatz bald prägen. Und auch für das zum Verkauf stehende Andreasquartier hat Investor Tim Brauer schon konkrete Ideen.
Wormser Zeitung, 13.10.2020, Foto: BilderKartell/Boris Korpak

Von Johannes Götzen, Redaktionsleiter Lokalredaktion Worms

Eis, Kaffee, eine Bar und Kultur sollen das Areal am Weckerlingplatz bald prägen. Und auch für das zum Verkauf stehende Andreasquartier hat Investor Tim Brauer schon konkrete Ideen.

WORMS - Das Valckenberg-Areal wird in einem ersten Schritt zu einem Ort der Kultur und des Genusses, an dem vor allem junge Unternehmer beteiligt sein werden. So viel hat Investor Tim Brauer gegenüber dieser Zeitung schon verraten können: Eine Bar wird hier einziehen, eine Eis-Filiale öffnen, ebenso eine Kaffeerösterei. Alle drei sind in Worms gut bekannte und eingeführte Unternehmen. Zudem wird es einen „Kultur-Shop“ geben und im ersten Obergeschoss Räume, die für Pop Up-Kulturveranstaltungen zur Verfügung stehen. Das alles wird sich um den Innenhof gruppieren: Junge Produkte von jungen Unternehmern, so umschreibt Tim Brauer sein Konzept.

Derzeit tut sich bereits einiges, der frühere Weinladen ist ausgeräumt, auch in den anderen Gebäudeteilen wird gearbeitet. Denn schon im Frühjahr will Tim Brauer hier loslegen, genauer gesagt mit Beginn der großen Lutherausstellung, die am 17. April startet. Spätestens dann soll auch hier im Valckenberg-Areal wieder buntes Leben herrschen. Der Kultur-Shop könnte dann Passendes zur Ausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Protest – 1521 bis 2021“ bieten, schließlich ist die Hoffnung, dass die Ausstellung über die Grenzen Deutschlands hinaus Anziehungspunkt wird.

Besonderes Vergabeverfahren fürs Andreasquartier

Zentraler Punkt ist der Innenhof, der auch als Veranstaltungsort genutzt werden soll. Er hatte sich schon in der Vergangenheit bei diversen Veranstaltungen als besonders gut geeigneter Ort herausgestellt. Nun soll er dazu auch noch mit einem Glasdach versehen werden. Auch der eigentliche Weckerlingplatz, wieder von geparkten Autos befreit, spielt in diesen Überlegungen eine klare Rolle. Tim Brauer zeigte sich sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege, die hier deutlich mitreden muss. Das gilt auch für die weiteren Projekte, denn Brauer hat einiges vor. So soll ein etwa zehn Meter breites Gebäude entstehen, das sich vom Weckerlingplatz aus entlang der Stelzengasse zieht. An dessen Ende soll ein Quergebäude gebaut werden, das dann bis zum bestehenden Gebäude reicht. Damit entsteht ein weiterer U-förmiger Gebäude-Komplex und darin auch ein zweiter Innenhof, der mindestens ein ähnlich gutes Ambiente bieten soll wie der bestehende.

Investor Tim Brauer, der das Valckenberggelände von der Familie Steifensand erworben hatte, denkt darüber hinaus noch deutlich weiter. Nachdem Politik und Stadtverwaltung zuletzt beschlossen haben, das Andreasquartier mit dem alten Gesundheitsamt und früheren Landratsamt zu verkaufen, will er sich auch hierum bemühen. Er habe auch hier bereits konkrete Ideen, wolle aber in der laufenden Ausschreibung noch keine Details dazu nennen, so Brauer gegenüber dieser Zeitung. Wie berichtet nutzt die Stadt hierfür ein besonderes Verfahren, die sogenannte Konzeptvergabe. Das bedeutet, dass nicht derjenige den Zuschlag erhält, der das meiste Geld bietet, sondern der, der das beste Konzept einreicht. Deshalb schweigt Brauer bislang lieber.

Brandschutz ist riesige Herausforderung

Der Bereich rund um das Andreasquartier und den Weckerlingplatz sowie das Hochstift bis hin zum jüdischen Friedhof „Heiliger Sand“ soll komplett überplant werden und zu einem touristischen Zentrum werden. Damit rückt der Weckerlingplatz als zentraler Ort dieses Quartiers mit Blick zum Dom und dem städtischen Museum in den Fokus.

Um diese umfangreiche Überplanung finanzieren zu können, hat die Stadt Gelder aus dem Städtebauförderprogramm beantragt. Sie kann mit rund zehn Millionen Euro rechnen, das wurde jetzt beim Besuch des Innenministers Roger Lewentz noch einmal deutlich. Die ersten 1,1 Millionen habe er quasi mit dabei, damit das Projekt starten könne, so Lewentz. Auch die restlichen Zuschüsse können offenkundig eingeplant werden: „Ich wäre nicht gekommen, wenn ich da Bedenken hätte“, so der Innenminister. Allerdings müsse die Stadt dazu „ihre Hausaufgaben machen“, also insbesondere rechtzeitig die geforderten Unterlagen mit den Konzepten einreichen. Über zehn Jahre läuft das Programm. „In zehn Jahren sollte es auch fertig sein, wir verlängern das nicht gerne.“

Was wird aus Museum?

Investor Tim Brauer hatte den Minister auch durch die umfangreichen, historischen Gewölbekeller unterm Valckenberg-Areal geführt. Alle sind sich einig, dass dieser ganz besondere Ort unbedingt genutzt werden muss, mit gastronomischen Angeboten etwa, auf jeden Fall für Veranstaltungen. Der Brandschutz allerdings ist eine riesige Herausforderung. Er war schon vor Jahren dafür verantwortlich, dass der benachbarte Stiftskeller schließen musste.

Dr. Josef Matthes, der für den Altertumsverein auch an dem Rundgang durchs Museum Andreasstift dabei war, machte Lewentz noch auf ein Sorgenkind aufmerksam: Zwar wird das Erdgeschoss für die Luther-Ausstellung hergerichtet, doch was die Obergeschosse und damit verbunden die Frage der Konzeption des stadtgeschichtlichen Museums anbetrifft, gibt es noch keine konkreten Aussagen.​​​

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