Valckenberg-Areal nach 234 Jahren nicht mehr Familienbesitz

Valckenberg-Areal Archivfoto: BK/Andreas Stumpf
Wormser Zeitung, 05.06.2020, Archivfoto: BK/Andreas Stumpf

Von Johannes Götzen, Redaktionsleiter Lokalredaktion Worms

Der Unternehmer Tim Brauer will das knapp 5.000 Quadratmeter große Wormser Gelände entwickeln. Am Weckerlingplatz sollen Angebote für Touristen und Kultur Schwerpunkt sein.

WORMS - Das Valckenberg-Areal zwischen Weckerlingplatz, Stelzengasse, Glaskopf und Valckenbergstraße ist verkauft. Neuer Besitzer ist die Valckenberg-Areal-Entwicklungs GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Timbra-Group des Wormser Investors Tim Brauer. Er will das Gelände mittel- bis langfristig entwickeln, zu Weckerlingplatz und Andreasstift hin möglicherweise mit einer touristischen und kulturellen Nutzung, aber auch mit Büros und eventuell Wohnungen. Aktuell gehe es zunächst darum, mit der Denkmalpflege die Rahmenbedingungen abzuklären, so Brauer gegenüber dieser Zeitung.

Nach 234 Jahren im Familienbesitz hat die Familie Steifensand jetzt endgültig den seit 2015 verfolgten Schritt vollzogen, das historische Areal am Weckerlingplatz mit der ehemaligen Weinabfüllung und dem Weinhandel P.J. Valckenberg zu veräußern. Grund für diesen Schritt war der Verkauf der Weinhandlung im Jahre 2015 an das bisherige Management und die damit verbundene Aufgabe der Lagerhaltung und des Verkaufes vor Ort.

Gebäudesubstanz und Historie der Weinhandlung finden Beachtung

Mit einem weinenden Auge habe er nunmehr diese endgültige Entscheidung getroffen, so Wilhelm Steifensand. Da die Gebäude für den Betrieb der Weinhandlung jedoch nicht mehr benötigt würden und er seinen Lebensmittelpunkt schon seit Jahren an die Mosel verlegt habe, sei der Schritt nun konsequent. Umso mehr freue es ihn, nach längeren Gesprächen mit dem Wormser Unternehmer und Rechtsanwalt Tim Brauer einen Käufer gefunden zu haben, der sowohl die historische Gebäudesubstanz als auch die Historie der Weinhandlung Valckenberg selbst in seinen weiteren Überlegungen zur Entwicklung des Areals integrieren wolle.

Die Überlegungen sind dabei noch am Anfang, betont Brauer. Sie sollen in die von der Stadt geplanten Gesamtentwicklung des Andreasquartiers von Hochstift über jüdischen Sand bis hin zu Gesundheitsamt und Valckenberg-Areal eingebunden werden. Eng anlehnen wolle er sich an die bereits vorliegenden Planungen von Architekt Jürgen Hamm. Dieser hatte Ende des Jahres 2018 Pläne und Animationen für das annähernd 5.000 Quadratmeter große Gelände vorgestellt und seinen Gestaltungsentwurf auch im Bauausschuss präsentiert. Dieser hatte die Ideen begrüßt.

Kellergewölbe werden möglicherweise gastronomisch genutzt

Erhalten bleiben soll die geschlossene Anlage mit dem markanten Innenhof und seinem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Eingangstor am Weckerlingplatz, also dort, wo sich bislang der Weinladen befand. Dessen Mietvertrag ist ausgelaufen, Ende Mai hat Filippo Borgnolo den Weinladen geschlossen. Die Café Bar Borgnolo am Dom will er weiter führen, hat er angekündigt. Tim Brauer will nun also im bisherigen Weinladen und in den rund um den Innenhof gelegenen Gebäuden vor allem gastronomische und kulturelle Nutzungen ermöglichen.

Insbesondere mit Blick auf das Lutherjahr 2021, aber auch darüber hinaus soll hier insbesondere das Angebot für Touristen und kulturell Interessierte erweitert werden. Die historisch wertvollen Gebäude sollen erhalten werden, der sogenannte Silberbornhof an der Valckenbergstraße, von dem heute nur noch das Erdgeschoss erhalten ist, soll aufgestockt werden. Entlang der Stelzengasse könnte ein lang gezogenes Gebäude entstehen. Wie man dieses nutzt, sei noch offen. Hinter der Magnuskirche am Glashof soll hinter der großen Lagerhalle ein neues Gebäude-Karree mit Innenhof entstehen, hier könnten neben Wohnungen auch neue Formen der Büro- und Dienstleistungen einen Schwerpunkt bilden.

Schließlich sind da noch die historischen Gewölbekeller, die sich unter dem gesamten Gelände befinden und alle irgendwie miteinander verbunden sind. Möglicherweise könne hier auch Raum für Gastronomie, Wein und Veranstaltungen entstehen. Aber auch hier gilt: Es sei noch ein frühes Stadium der Überlegungen, sagt Tim Brauer.

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