Wormser Jahreschronik: Weg isses, das „NC“

Wormser Jahreschronik: Weg isses, das „NC“
Wormser Zeitung, 29.12.2020, Archivfoto: Feuerwehr Worms

Die Güterhalle hinterm Hauptbahnhof steht Anfang Januar in Flammen. Die Brandexperten der Kripo können sehr schnell einen technischen Defekt als Ursache ausschließen.

 

Von Johannes Götzen, Chefreporter Rheinhessen Süd

WORMS - Es ist weg. Nur noch ein paar Stützen sind stehen geblieben und das Kellergeschoss, wo einst Baustoffe verkauft wurden. Ansonsten ist das Nibelungencenter Geschichte, der nie wirklich von den Wormsern angenommen Betonbau abgerissen, das Material kleingebröselt zu Haufen aufgetürmt. Eine kurze Zeit noch stand der alte Eingang des Nibelungencenters an der Ecke Gerbergasse und Pankratiusgasse. Doch blieb er sozusagen das „Tor ins Nichts“. Im Mai dieses Jahres fiel dann auch dieses Tor dem Abrissbagger zum Opfer.

Trotzdem ist das Projekt etwas im Verzug, denn seither geschah recht wenig. Der Bauantrag für das hier entstehende neue „Gerberviertel“ war Anfang des Jahres eingereicht worden: 143 Ordner umfasste er. Bei diesem Großprojekt ist vorgesehen, dass die bisherige Tiefgarage umgebaut und sozusagen in Richtung „Feigenblatt“ verlängert wird. Diese Arbeiten sollen 2021 abgeschlossen sein. Mit dem Bau eines Hotels der B&B-Gruppe sollte der erste Bauabschnitt eigentlich Ende dieses Jahres in Angriff genommen werden. Geplant ist, dass dafür entlang der Schönauer Straße ein fünfgeschossiger Komplex entsteht. Ebenfalls Ende dieses Jahres sollten die Arbeiten im Bereich der Gerbergasse beginnen. Dort sollen Mehrfamilienhäuser mit Blick auf den Dom entstehen. Voraussichtlich im gleichen Zeitraum wird mit den Arbeiten für den „advita-Campus“ gestartet. Dieser Campus soll fürs Wohnen im Alter mehrere Angebote machen. Dazu gehören unter anderem Tages- und Intensivpflege sowie Demenzzentrum und Kommunikationsforum. Läuft alles nach Plan, sind die Arbeiten des ersten Bauabschnitts Mitte 2022 abgeschlossen.

Auch an anderer Stelle tat sich dieses Jahr Entscheidendes in Sachen Stadtgestaltung: Das Valckenberg-Areal zwischen Weckerlingplatz, Stelzengasse, Glaskopf und Valckenbergstraße ist verkauft. Neuer Besitzer ist die Valckenberg-Areal-Entwicklungs GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Timbra-Group des Wormser Investors Tim Brauer. Er will das Gelände mittel- bis langfristig entwickeln, zu Weckerlingplatz und Andreasstift hin mit einer touristischen und kulturellen Nutzung, aber auch mit Büros und eventuell Wohnungen.

Nach 234 Jahren im Familienbesitz hat die Familie Steifensand endgültig den seit 2015 verfolgten Schritt vollzogen, das historische Areal am Weckerlingplatz mit der ehemaligen Weinabfüllung und dem Weinhandel P.J. Valckenberg zu veräußern.

Tim Brauer hat zudem auch ein Angebot für das sogenannte Andreasquartier abgegeben, also das einstige Landrats- und Gesundheitsamt. Ob er zum Zuge kommt, ist offen, die Stadt will es nicht dem Meistbietenden verkaufen, sondern demjenigen, der das städtebaulich beste Konzept verfolgt. Brauers Chancen dürften nicht schlecht stehen, wenn für Valckenberg- und Andreasquartier ein Entwurf „aus einem Guss“ vorgelegt werden kann. Die Stadt hatte das Andreasquartier ursprünglich erworben, um hier ein „Rathaus 2“ entstehen zu lassen, hatte dies dann allerdings wieder verworfen. So soll der gesamte Bereich zwischen jüdischem Friedhof „Heiliger Sand“ und Valckenbergstraße inklusive Hochstift überplant werden und zu einem neuen touristischen Zentrum werden.

Außerdem lässt sich so die von der Unesco geforderte gestalterische „Schutzzone“ um die historisch wertvollen jüdischen Stätten wie eben dem „Heiligen Sand“ gut einhalten. Schließlich möchte Worms zusammen mit Speyer und Mainz als die sogenannten Schum-Städte zum Weltkulturerbe werden. Ein entscheidender Schritt dahin wurde Ende Januar gemacht: Der dazu notwendige Antrag ist fristgerecht bei der Unesco in Paris abgegeben worden. Er umfasst mehr als tausend Seiten, vor allem der wissenschaftlichen Begründung wegen. Im Sommer 2021 soll die Entscheidung fallen.

Städtebaulich voranbringen sollte Worms mal wieder eine Landesgartenschau, diesmal jene 2026. Doch immer Sommer hieß es dann von der GroKo im Stadtrat: Die Chancen sind gering und wenn, könnte die Stadt die Planung nicht stemmen. Also bewarb sich Worms dann doch wieder nicht.

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